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yoga

girl Nr. 70 | 19.08.2016

 

Die Geschichte…

Getreu dem Motto „mache jeden Tag etwas, das Dich Überwindung kostet…“ bin ich eines Tages im Yogakurs meines Arbeitgebers (ja, absolut… toller Arbeitgeber) gelandet. Das wurde hausintern kostenlos angeboten und so bin ich einfach mal hin. Außer den Begriffen „Wurzelschakra“ der sehr lustig klingt, dem „Sonnengruß“ und Fotos von Menschen die sich verbiegen konnte ich mir bis dahin nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Es soll Stress abbauen, entspannend sein und einen zur Ruhe bringen. Da ich nie zur Ruhe komme dachte ich, das wäre vielleicht mal eine Möglichkeit gezwungenermaßen eine Stunde lang bewusst runter zu kommen.

Geplant… getan. Chillklamotten an und mit Handtuch bewaffnet ab ins kalte Wasser. Begonnen hat die Stunde mit 10 Minuten Tiefenentspannung. Jeder bekam eine dünne, ca. 1 cm dicke, fliederfarbene Schaumstoffmatte zum darauf liegen und eine weiche, beigefarbene Fleecedecke mit der sich dann jeder zu einer geraden Wurst auf die Matte modellieren konnte.

 

Als dann mal alle lagen kam plötzlich die Stille. Mir wurde bewusst, dass hier gerade ca. 10 Erwachsene Personen, in Reih und Glied auf dem Boden nebeneinander liegen. Mein Hirn hat sofort angefangen zu rattern und (wie es das so oft tut) abzugleichen, in welche Schublade es diese Situation stecken könnte. Ganz schnell kam es mir vor als sei ich ein Teil einer Sektengemeinschaft…. warum ich mir dann auch das Lachen nicht mehr verkneifen konnte. Ganz übel war das und sehr unangenehm. Nachdem mir das dann nochmal passiert war, weil ich mir überlegt habe wie scheiße das wohl wäre, wenn ich jetzt nochmal lachen müsste… kam ich irgendwann tatsächlich zur Ruhe. Meine Ohren piepsten und ich spürte meinen Puls bis in den Hals. Langsam wurde mein Körper immer schwerer und entspannter. Darauf folgten eine Reihe an Übungen und Dehnungen, die wir stehend, liegend oder kniend durchführten. Dabei dehnten wir Muskeln von denen ich nicht mal wusste, dass sie existieren. Am Ende der Stunde gab es wiederholt eine Entspannungsphase. In den folgenden Wochen, so sollte es kommen, bin ich bei der Tiefenentspannung regelmäßig eingeschlafen.

Ich habe gelernt… Yoga hat mit Konzentration, Klarheit im Kopf, Farben und ganz arg viel mit empfinden & fühlen zu tun. Weiter haben wir auch einmal gemeinsam ein Mantra gesungen ( ja, jedem war es etwas unangenehm sich mit der eigenen Stimme ins akustische Gesamtbild einzugliedern…) und auch meditiert. Das war wirklich eine bereichernde und positive Erfahrung für mich, definitiv. Und im Nachhinein schäme ich mich für mein Verhalten meiner ersten Yoga-Stunde.

Zwischenzeitlich gehe ich nicht mehr hin. Aber… das Verlangen und Bestreben nach Ruhe, Konzentration, und mit mir selbst im Einklang sein, das bleibt. Genau diese Dinge bewirken bei mir aber auch das Zeichnen. Also werde ich zukünftig einfach mehr zeichnen…

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