bad connection 2
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hug

girl Nr. 63 | 02.03.2016

 

Die Geschichte…

Es ist Samstag, der 14.November 2015. Mein Handywecker klingelt, weil ich auf eine Veranstaltung für frisch gewählte Elternvertreter eingeladen wurde, und diese um 9:00 Uhr beginnen wird. Mein Handy liegt neben dem Bett auf dem Boden und ich nehme es in die Hand, um den Flugmodus zu deaktivieren. Kurz darauf schalte ich das Display per Routinegriff aus und lege es weg. Beim Weglegen sehe ich noch, wie das Display wieder hell erleuchtet und viele, wirklich mehrere Meldungen sich von oben nach unten übers Display schieben.

Mein erster Gedanke… Whatsapp! In irgend einer Gruppe hat sicher wieder irgendwer eine Unterhaltung gestartet und es wird über irgend ein nichtiges Thema um die Wette getextet. Einen Augenblick jedoch nehme ich das SPIEGELonline Logo vor allen Nachrichten wahr. Und in diesem Moment wird mir auch sofort klar, dass wieder irgendwas schreckliches passiert ist…  ?

Es hat Paris getroffen und es ist wieder grauenvoll und schrecklich. Ich informiere mich soweit es mir möglich ist und hab somit einen groben Überblick, was passiert ist. Von gestern auf heute, einfach so… unfassbar. Nicht zu fassen, nicht zu begreifen… Minuten vergehen.

Es ist still. Ich nehme meinen Kaffee zu mir, ziehe danach meine Schuhe und Jacke an und mache mich, wie gewohnt, auf zum Bäcker. Das Dorf ist leer, man hört absolut nichts, Stille… überall. Die Luft ist frisch und die Temperatur nahe dem Nullpunkt. Noch immer kann ich nicht fassen, was ich gerade erfahren habe. Das ist so gewaltig negativ und zerstörend, zum weinen.

Plötzlich erkenne ich von weitem einen Mann, der mir entgegen läuft. Ich bin noch so gefasst und gelähmt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es Ihm anders gehen kann… wenn er denn schon ebenfalls irgendwo die schrecklichen Nachrichten erfahren hat?! Wir grüßen uns zurückhaltend und laufen langsam aneinander vorbei. Es hat sich komisch angefühlt. Beide eher mit Blick nach unten gerichtet. Es hat sich angefühlt als hätten wir uns lieber umarmt und zusammen geweint und getrauert oder geredet um gemeinsam verarbeiten zu können. Ein Moment in dem man sich nichts sehnlicher wünscht als das „fremd sein“ ablegen zu können. In dem man sich wünscht, das man sich darüber freuen kann dass wir frei sind und es genießen können dürfen, dass wir Frieden haben in unserem Land.

Ich habe mein Mädchen bewusst stehend gezeichnet. Sie ist nicht der Typ Mensch, der sich traut, auf jemanden zu zu gehen. Sie ist der Typ Mensch der Angst hat und sich aber trotzdem öffnet, bereit ist sich wehrlos dem Unbekannten gegenüber zu treten sich offen zu zeigen, um Frieden anzubieten und diesen gemeinsam zu feiern und spüren zu können, egal was für Macken und Kanten die Person gegenüber hat. Weil nichts größer, stärker und erfüllender ist als die Liebe.

Für das Mädchen „hug“ habe ich eine eigene Internetadresse registriert. Ich war sehr überrascht, dass diese überhaupt noch verfügbar war. Das Mädchen steht dort nun fortan 24h am Tag um Menschen zu empfangen und Ihnen seine Botschaft zu überbringen…

www.believe-in-love.org

Es ist sinngemäß einfach und nicht viel, aber es bedeutet meiner Ansicht nach Alles!

Ich respektiere Religionen. Ob es einen Gott gibt weiß ich nicht, wie es aber auch niemand wissen sondern rein glauben kann. Und es interessiert mich auch nicht mehr. Ich habe meinen Sinn gefunden, mit dem Glauben an die Liebe und das Gute. Das ist meiner Ansicht nach nur ein kleiner aber gewaltiger Unterschied. Beim Glauben an einen Gott gebe ich Verantwortung ab. Und beim Glauben an die Liebe liegt es in meiner Hand. Ich brauche nichts und niemandem Danken. Aber ich sehe es als meine Pflicht an, meine Dankbarkeit in Form von Liebe dem Leben zurück zu geben. In welcher Form auch immer. Den Pflanzen, Menschen, Tieren… jedem Lebewesen.

 


Die Entstehung und Details des Motivs…

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