clown
18. Juli 2015
skipping rope
30. Juli 2015

wall

 girl Nr. 54  |  27.07.2015

 

Die Geschichte…

Wände sind massiv, stabil und eine Fläche wird damit geteilt bzw. getrennt. Man kann sich dahinter verstecken und schützen. Sie unterbrechen Sicht und mindern Akustik. Wände sind also eigentlich etwas positives. Wände können aber auch im Weg stehen. Ein Hindernis, eine Barrikade… ein Problem.

Menschen sind umgeben von Wänden, tagtäglich. Manchmal bekommt man Wände vorgesetzt… doch meistens, so denke ich, schafft man sie sich selbst. Oft auch zum eigenen Schutz und Vorteil. Bewusst und unterbewusst.
Jede Meinung und Einstellung ist wie eine Wand. Beschrieben mit Aussagen, Argumenten und Fakten. Diese lassen sich durch Tatsachen belegen oder basieren auch mal nur auf Erzählungen oder Geschichten. Trifft man Menschen, welche die eigene Meinung teilen so kann man sich zusammen dahinter setzen und fühlt sich verstanden, wohl und sicher. Aber wehe es kommt jemand, der anderer Meinung ist. Dann wird es ungemütlich und die Wand fängt evtl. an zu bröckeln.

Ich stelle fest, dass wir in einer Zeit aufwachsen, in der es (zumindest in Deutschland) unfassbar yolo-mäßig leicht ist, sich Mauern zu bauen um sich verstecken zu können. Um nicht hinsehen zu müssen. Um ignorieren
zu können!
Es gibt so viele und große Probleme da draussen und wir haben alle die Option, sich diesen jeder Zeit entziehen zu können. Und machen dies auch mit jedem weiteren Tag der vergeht. Wir beschäftigen uns lieber mit unseren eigenen, oft selbst gemachten Problemen. Denn hat man keine Probleme, wird das kleinste Problem zum riesen Problem! Bei der Lösung solcher Probleme, die wir selbst unter Kontrolle haben, können wir uns sogar schnell und einfach Erfolgserlebnisse generieren, die uns gut und belohnt fühlen lassen. Wie schön, wie einfach, wie toll… wie beschissen eigentlich!

Macht man sich hierüber mal länger Gedanken merkt man, wie einem immer unwohler wird. Wir haben so ein verdammtes Glück, dass wir hier geboren sind und hier leben. Und es wird in unserem Leben nicht erwartet, dass wir uns dafür bedanken. Bei wem auch, ist ja nicht nötig. Wir sind ja hier, ist ja selbstverständlich. Auf der Sonnenseite der Mauer. Was für eine einfache und glückliche Situation. So wirkt es doch fast undankbar, blind und egoistisch, ohne Rücksicht auf die Umwelt in dieser glücklichen Situation zu leben.

Ich denke es sollte bei jedem mal irgendwann der Zeitpunkt kommen bei dem man anfängt, seine eigene Problemwelt zu hinterfragen. Und wenn man dann Klarheit hat kann man anfangen, über den Tellerrand zu schauen und zu checken, dass es noch andere Probleme außer der eigenen gibt. Richtige Probleme. Mit denen man in seiner eigenen, virtuellen Welt, die innerhalb unserer Komfort-Zone existiert, nichts zu tun hat. Bei denen es um Menschen geht, die in Not sind. Die, wie man selber, ein Recht auf Leben haben. Wir müssen uns über unsere Komfort-Zone bewusst sein, in der wir leben, dass diese nicht „Normalität“ und schon garnicht die „Realität“ ist. So ungern man es hören mag, aber es ist eigentlich nur absolut unmenschlich, hier nur zuzusehen.


Die Entstehung und Details des Motivs…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.